
Auch mit beschränkten Ressourcen lässt sich die Bildung an den Bedürfnissen der leistungsorientierten Arbeitswelt ausrichten. Der Kanton Bern stärkt die duale Berufsbildung und fördert ein fokussiertes Hochschulwesen.
Grundkompetenzen wie Lesen, Mathematik und die Amtssprache gezielt fördern und die Qualität des Unterrichts sichern.
Digitale Kompetenzen sowie technische und naturwissenschaftliche Fächer stärker fördern, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Berufliche und akademische Bildungswege gleichwertig stärken und unternehmerisches Denken fördern.
Bildungsangebote stärker auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausrichten und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Unternehmen und Start-ups ausbauen.
Zweisprachigkeit stärken, Bildungsangebote weiterentwickeln und einen fairen Wettbewerb zwischen öffentlichen und privaten Bildungsanbietern ermöglichen.
Gute Sprachkenntnisse, Mathematik und digitale Kompetenzen sind entscheidend für den späteren beruflichen und gesellschaftlichen Erfolg. Die PISA-Ergebnisse 2022 zeigen, dass die Schweizer Jugendlichen zwar über dem OECD-Durchschnitt liegen, ihre Leistungen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften gegenüber 2015 jedoch zurückgegangen sind. Die IHKB setzt sich deshalb für eine kontinuierliche Verbesserung der Bildungsqualität und für international konkurrenzfähige Leistungen ein.
Die Förderung der Erstsprache und Mathematik muss eine hohe Priorität behalten. Bei der Integration ist zudem dem Erwerb der jeweiligen Amtssprache, Deutsch oder Französisch, besondere Bedeutung beizumessen.
Qualifizierte Lehrkräfte und engagierte Schulleitungen sind entscheidend für ein leistungsfähiges Bildungssystem. Die IHKB spricht sich für attraktive Anstellungsbedingungen und eine stärkere Leistungsorientierung bei der Entlöhnung von Lehrkräften aus. Gleichzeitig sollen Schulleitungen von administrativen Aufgaben entlastet werden, damit sie sich stärker auf die pädagogische Führung und die Qualität der Schulen konzentrieren können.
Die Digitalisierung verändert die Anforderungen an Arbeitskräfte auf allen Qualifikationsstufen. Schulabgängerinnen und Schulabgänger müssen deshalb über die Kompetenzen verfügen, die für den Einstieg in die Berufswelt und für weiterführende Ausbildungen notwendig sind.
Neben digitalen Fähigkeiten sollen insbesondere technische und naturwissenschaftliche Fächer stärker gefördert werden. Damit lässt sich das Interesse an entsprechenden Berufsfeldern stärken und ein Beitrag zur langfristigen Sicherung von Fachkräften leisten.
Die duale Berufsbildung ist eine tragende Säule des Schweizer Bildungssystems und soll gleichwertig zur akademischen Ausbildung gefördert werden. Beide Bildungswege leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur wirtschaftlichen Entwicklung.
Zudem soll unternehmerisches Denken bereits während der Ausbildung gefördert werden. Praxisnahe Angebote wie Wirtschaftswochen vermitteln wirtschaftliche Zusammenhänge, stärken Eigeninitiative und zeigen jungen Menschen, wie Unternehmen funktionieren.
Die Berner Hochschulen müssen sich im nationalen und internationalen Wettbewerb behaupten und ihre Profile gezielt weiterentwickeln. Ihre Bildungsangebote sollen sich stärker an den Bedürfnissen der Arbeitswelt und der Industrie orientieren. Gleichzeitig gilt es, mit den vorhandenen Mitteln eine möglichst grosse Bildungswirkung zu erzielen und administrative Aufwände kritisch zu überprüfen.
Die IHKB setzt sich für die rasche Realisierung der Fachhochschul-Campus in Bern und Biel sowie für eine engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Fachhochschulen und Universitäten ein. Der Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft soll beschleunigt und die Entstehung von Start-ups und innovativen Unternehmen gezielt unterstützt werden.
Akademische Abschlüsse sollen sich durch eine hohe Qualität und einen klaren Nutzen für Gesellschaft und Arbeitswelt auszeichnen. Die IHKB spricht sich deshalb für eine Überprüfung des Angebots an Weiterbildungsabschlüssen auf Nachdiplomstufe aus, um Qualität und Relevanz sicherzustellen.
Zudem soll sich die Universität Bern als national und international profilierte Hochschule positionieren. Bei der Zulassung zu Studiengängen sollen regelmässige Prüfungen als Alternative zum Numerus clausus geprüft werden. Dabei ist insbesondere auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswesen zu berücksichtigen.
Die Zweisprachigkeit ist für den Kanton Bern ein wichtiger Standortvorteil. Bildungsangebote sollen deshalb vermehrt beide Amtssprachen einbeziehen. Zweisprachige Klassen, Austauschprogramme und Unterrichtsangebote in der Zweitsprache können dazu beitragen, Sprachkompetenzen zu verbessern und den Austausch zwischen den Sprachregionen zu stärken.
Gleichzeitig setzt sich die IHKB für faire Wettbewerbsbedingungen zwischen öffentlichen und privaten Bildungsanbietern ein. Ein fairer Wettbewerb kann dazu beitragen, die Qualität der Angebote zu steigern und die verfügbaren Mittel effizient einzusetzen.
Internationale Bildungsangebote tragen zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Bern bei. Sie sind insbesondere für Unternehmen wichtig, die auf internationale Fachkräfte angewiesen sind. Die IHKB setzt sich deshalb für den Erhalt und die Unterstützung der International School of Berne als Bestandteil eines attraktiven Bildungsangebots für internationale Familien ein.
Die IHKB setzt sich für ein leistungsfähiges, praxisnahes und zukunftsorientiertes Bildungswesen ein. Hohe Bildungsqualität, starke Berufsbildungswege, profilierte Hochschulen und eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sind entscheidend, um Fachkräfte zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons Bern langfristig zu stärken.